Der Napf steht noch in der Küche, das Körbchen im Wohnzimmer. Wann räumt man das weg – und was macht man damit?

Anja Sgarbi · Gründerin von Sternentatze
Anja Sgarbi hat Sternentatze zusammen mit Claudio Sgarbi gegründet, nachdem der Familienhund Malu gestorben war. Sie führt die Montessentials GmbH in Steinebrunn und verantwortet die Inhalte auf dieser Seite.
Veröffentlicht am 28. Juli 2026
Nein, lasst euch Zeit. Wer alles am ersten Tag wegräumt, nimmt dem Kind die Möglichkeit, sich schrittweise zu verabschieden – und signalisiert unfreiwillig, dass über das Tier nicht mehr gesprochen wird. Räumt gemeinsam auf, wenn ihr so weit seid, und lasst euer Kind mitentscheiden, was bleibt.
Umgekehrt gilt auch: Wenn der volle Napf euch jeden Morgen umwirft, dürft ihr ihn wegstellen. Es gibt keine Frist, die eingehalten werden muss.
Etwas zum Anfassen. Kleine Kinder begreifen über die Hände, nicht über Worte. Ein Halsband, ein Stück Decke, ein Büschel Fell in einer Dose – etwas, das nach dem Tier riecht oder sich nach ihm anfühlt. Bewahrt es an einem Ort auf, an den euer Kind selbst herankommt, nicht oben im Schrank.
Eine Schachtel, in die alles kommt, was an das Tier erinnert: das Halsband, ein Foto, eine Zeichnung eures Kindes, vielleicht das Lieblingsspielzeug. Ihr gestaltet sie gemeinsam und stellt sie ins Kinderzimmer. Der Vorteil gegenüber verstreuten Gegenständen: Euer Kind entscheidet selbst, wann es sie öffnet.
Dann lasst es. Das legt sich mit der Zeit von selbst. Zwang beschleunigt hier nichts, sondern macht aus dem Aufräumen einen Konflikt. Wenn ein Gegenstand euch im Weg ist, verhandelt einzeln darüber statt über alles auf einmal – und bietet an, ihn in die Erinnerungskiste zu legen statt wegzuwerfen.
Ein Ort, an den man gehen kann, hilft Kindern. Ein Platz im Garten, ein Stein mit dem Namen, eine Pflanze – oder eine Kerze auf der Fensterbank, wenn ihr keinen Garten habt. Nehmt euer Kind mit, wenn es möchte, und macht daraus ein kleines Ritual statt einer Erledigung.
Nicht als Ersatz und auf keinen Fall heimlich. Ein Tier auszutauschen in der Hoffnung, das Kind merke es nicht, ist der Fehler, vor dem Fachleute am deutlichsten warnen. Kinder merken es. Und sie lernen daraus zweierlei: dass Lebewesen austauschbar sind und dass die Eltern in wichtigen Dingen nicht die Wahrheit sagen. Ein neues Tier darf kommen – aber als neues Tier, mit eigenem Namen.
Vergleicht nicht. «Der sieht fast aus wie Malu» klingt tröstlich und sagt dem Kind das Gegenteil von dem, was ihr meint.
Nicht als Ersatz und nicht als Trost. Ein neues Tier, das zu früh kommt, kann bei einem Kind den Eindruck hinterlassen, dass Lebewesen austauschbar sind. Wartet, bis euer Kind von sich aus davon spricht, und macht deutlich, dass das neue Tier ein eigenes ist und nicht das alte ersetzt.
Dieser Text beruht auf eigener Erfahrung und auf dem, was uns beim Abschied von unserem Hund geholfen hat. Er ersetzt keine fachliche Beratung. Wenn ihr Unterstützung braucht, findet ihr sie bei den Stellen weiter unten.
Quellen
Sternentatze macht aus euren Erinnerungen ein persönliches Bilderbuch über euer Tier – mit dem Namen eures Kindes. Die Vorschau ist kostenlos.
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